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28. Jänner 2026

#facesofteaching: Cornelia Ferner

Zwischen Robotik, KI und der Freude am gemeinsamen Denken

Cornelias Weg ans Department IT

Cornelia Ferner ist kein klassischer Quereinstieg – sondern eine Geschichte von Neugier, Durchhaltevermögen und dem Wunsch, Dinge wirklich zu verstehen. Aufgewachsen im Lungau besuchte sie das Gymnasium Tamsweg mit Sprachschwerpunkt und gleich vier Fremdsprachen. Gleichzeitig galt ihr Interesse schon früh Mathematik und Physik. „Ich habe gemerkt, dass ich gerne in diese Richtung gehen möchte – auch, weil ich meine Berufsaussichten dort realistischer einschätzen konnte.“ Ein Englischstudium wäre Plan C gewesen, Lehrerin wollte sie damals allerdings nicht werden. 

Die Entscheidung für die FH Salzburg war bewusst: praxisnah, strukturiert, überschaubar. Das Studium Informationstechnik & Systemmanagement überzeugte sie vor allem wegen eines damals aufkommenden Schwerpunkts: Robotik. „Viele aus dem Lungau gehen nach Graz – für mich war Salzburg aber naheliegend, und hier habe ich genau das gefunden, was mich interessiert hat.

Der Start war fordernd. Das erste Studienjahr beschreibt Cornelia rückblickend offen als „Struggle“. Doch sie biss sich durch – und wurde Teil des ersten Jahrgangs der Robotik-Spezialisierung. Viel Laborarbeit, viel Hardware, viel Ausprobieren.

Im Master nutzte sie die Chance eines Marshall-Plan-Stipendiums und ging nach Pittsburgh (USA). Dort forschte sie an ihrer Masterarbeit zur Pfadplanung für Multiagentensysteme – ein prägender Schritt.

Zwischen Forschung und Lehre

Zurück in Österreich kam die nächste Gelegenheit: Das Angebot als Forschungsmitarbeiterin am Department IT einzusteigen . Cornelia sagte zu.

Mich hat dieses Arbeitsumfeld sofort begeistert: selbstständig arbeiten, Probleme lösen, am Anfang nicht genau wissen, was herauskommt – und dann Programmerfolge erleben.

Inhaltlich entwickelte sie sich von Robotik zunehmend in Richtung Künstliche Intelligenz und Data Science – ein Fachbereich, in dem sie bis heute verankert ist.  Parallel wuchs ihre Rolle in der Lehre. Anfangs unterrichtete sie Mechatronik und Digitaltechnik, heute unter anderem Daten & Statistik, Maschinelles Lernen und Natural Language Processing. Sie lehrt sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium.

Dass sie heute unterrichtet, findet sie selbst manchmal amüsant: 

Eigentlich wollte ich nie Lehrerin werden,“ sagt sie lachend. „Aber man wächst mit seinen Aufgaben. Ich bin am Anfang oft nervös – wenn das Setting passt, ist es aber richtig schön.

„Ich sehe das Studium gerne als ein Miteinander und meine Rolle als Coach und Unterstützerin, nicht nur als Vortragende.“

Bleiben, weil es passt

Ein Bild aus den Anfängen von Cornelias Forschung - Musik mit dem Roboter

Seit Herbst 2025 ist Cornelia nach ihrer Karenz zurück an der FH Salzburg. „Ich hätte früher nie gedacht, dass ich so lange bleibe. Aber es passt einfach – meine Neugier, die Dynamik der Themen, die Mischung aus Lehre und Forschung.“ Komplexe Inhalte wie KI oder Data Science vermittelt sie über unterschiedliche Zugänge: Es gibt nicht den einen perfekten Weg. Vorlesung und Übung, verschiedene Blickwinkel – die Mischung macht’s.

Wissen, das bewegt

In der Forschung ist Cornelia aktuell teilzeitbedingt weniger aktiv. Ein Projekt liegt ihr dennoch besonders am Herzen:  dasZukunftsfonds-Projekt "Chatbots in der Lehre, das sie gemeinsam mit Kollegin Eva Lienbacher umsetzt. Ziel ist es, KI auch in nicht-technischen Studiengängen greifbar zu machen – über Demonstratoren und Anwendungsbeispiele.

Was sie Studierenden mitgeben möchte, geht über Technik hinaus:
Software ist auch Verantwortung. Wer nutzt sie? Was bewirkt sie? Mir ist wichtig, dass Studierende den Blick für das große Ganze entwickeln und gesellschaftliche Auswirkungen mitdenken.

Was man sonst noch über Cornelia wissen muss

Abseits von Lehre und Forschung dreht sich aktuell viel um ihren zweieinhalbjährigen Sohn. Zeit für Ausgleich findet sie dennoch: Musik (Klarinette), viel Lesen, Reisen – und als Lungauerin natürlich Zeit in den Bergen.

Kolleg*innen würden sie mit drei Worten beschreiben: ruhig, zuverlässig, neugierig.